Kommt jetzt die Herbstrally?

Kommt jetzt die Herbstrally?

Weltweit erzielen die Aktienmärkte neue Rekordstände. Das gute konjunkturelle Umfeld und die weiterhin lockere Geldpolitik der wichtigen Notenbanken sorgen für spürbare Unterstützung. Gleichzeitig lässt sich mit Anleihen nach wie vor nur sehr wenig verdienen. Diese Gemengelage dürfte dafür sorgen, dass der November und der Dezember ihrem Ruf als gute Börsenmonate auch in diesem Jahr gerecht werden dürften.

Rekorde, wohin man auch sieht. In New York notierte der Dow Jones deutlich über der Marke von 23.000 Punkten. Das deutsche Pendant, der DAX, bewegt sich ebenfalls auf Rekordniveau. Und in Tokio steht der Nikkei-Index so hoch wie seit mehr als 20 Jahren nicht mehr. Da stellt sich die Frage: Kann das so weitergehen? Die Antwort lautet: Wahrscheinlich erst einmal ja. Denn das Umfeld stimmt.

Die Weltwirtschaft wächst so stark wie schon lange nicht mehr. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung sprach zuletzt sogar von einem „goldenen Herbst“. Die gute Konjunktur kommt in erster Linie den Unternehmen zugute. Es wird erwartet, dass deren Gewinne in den kommenden zwölf Monaten um durchschnittlich weitere zehn Prozent steigen werden. Zwar bremst der feste Euro in Euroland etwas den Gewinnoptimismus. Allerdings hat der Aufwertungsdruck auf die Gemeinschaftswährung seit September wieder nachgelassen. Zuletzt notierte der Euro sogar etwas leichter. Außerdem profitieren die europäischen Exportwerte von der robusten Konjunktur des Binnenmarktes. So ist Frankreich zum Beispiel für Deutschland der größte Auslandsmarkt – und auch dort hat das Wirtschaftswachstum zuletzt wieder Tritt gefasst. In Bezug auf die Konjunktur und die Unternehmensgewinne steht die Börsenampel auf jeden Fall auf grün.

Gleichzeitig verfolgen die großen Notenbanken weiterhin eine expansive Geldpolitik. Das gilt auch für den Fall, dass die amerikanische Fed wie erwartet im Dezember die Leitzinsen um einen weiteren viertel Prozentpunkt erhöht. Diese würden dann zwischen 1,25 und 1,5 Prozent notieren, was im historischen Vergleich immer noch sehr niedrig ist. Und die EZB hat erst vor kurzem beschlossen, ihr Anleihekaufprogramm um mindestens weitere neun Monate zu verlängern – wenn auch mit einem reduzierten Volumen. Und eine erste Leitzinserhöhung ist in Euroland vor Ende 2018 wohl kaum in Sicht. Die Geldpolitik der Notenbanken spricht damit ebenfalls für eine Herbstrally.

Dazu kommt noch, dass sich die Anleger derzeit weitgehend prozyklisch verhalten – also auf den fahrenden Zug aufspringen. Schließlich ist die Volatilität an den Aktienmärkten derzeit sehr gering. Börsianer interpretieren Schwankungen vor allem als Risiken, die sie möglichst vermeiden möchten. Niedrige Volatilitäten und steigende Aktienmärkte gehen meistens miteinander einher.

Die lockere Geldpolitik von Fed, EZB & Co. sowie die positiven konjunkturellen Rahmenbedingungen dürften sich bis ins kommende Jahr hinein fortsetzen. Das prozyklische Anlegerverhalten und die geringe Volatilität könnten dagegen ins Gegenteil umschlagen. Auslöser könnte zum Beispiel sein, dass US-Präsident Donald Trump auch bei der Steuerreform scheitert. Das muss jedoch nicht so kommen.

Unter dem Strich spricht einiges dafür, dass die Aktienmärkte mit Schwung weiter ins nächste Jahr hochlaufen werden. Damit steigt natürlich auch die Fallhöhe. Vorsichtige Investoren fangen daher damit an, ihre Depots gegen eine mögliche Korrektur abzusichern. Am einfachsten geht das mit dem Investieren in ein breit gestreutes Portfolio.

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