Der Ifo-Index: Stimmung in der Wirtschaft so gut wie schon lange nicht mehr

Der Ifo-Index: Stimmung in der Wirtschaft so gut wie schon lange nicht mehr

Der deutsche Ifo-Index eilt von Rekord zu Rekord. Das bedeutet zum einen, dass die Stimmung in der Wirtschaft so gut wie schon lange nicht mehr ist. Zum anderen können sich auch die Anleger freuen: Denn ein hoher Ifo-Index spricht in der Regel für feste Aktienmärkte – selbst, wenn der Index einmal ein wenig zurückgehen sollte.

Die deutsche Wirtschaft brummt und mit ihr die Börsen. Laut unseren Schätzungen wird das Bruttoinlandsprodukt in diesem Jahr um 1,8 Prozent zulegen. Und deutsche Aktien bewegen sich gemessen am Deutschen Aktienindex (DAX) auf Rekordniveau. Mitte Juni stieg der DAX sogar auf den höchsten Stand aller Zeiten. Doch an der Börse zählt weniger die Gegenwart, entscheidend ist die Zukunft. Und auch da sieht es positiv aus.

Der Ifo-Index ist im Juni auf 115,1 Punkte gestiegen. So gut war die Stimmung in der deutschen Wirtschaft noch nie. Das Münchener Wirtschaftsforschungsinstitut Ifo fragt jeden Monat 7.000 Unternehmen nach ihrer Einschätzung der Geschäftslage sowie nach ihren Erwartungen für die nächsten sechs Monate. Der Index gilt in Deutschland als der wichtigste Frühindikator für das Wirtschaftswachstum. Besonders erfreulich: Auch die Geschäftserwartungen stiegen im Juni mit 106,8 Zählern auf einen Rekordwert.

Der Ifo-Index ist auch für die Anleger von großer Bedeutung. Denn es gibt einen hohen Gleichlauf von Veränderungen der Frühindikatoren mit den Preisen an den Finanzmärkten. Dazu zählen Zinsen, Wechselkurse und vor allem Aktienkurse.

Eine von Hauck & Aufhäuser durchgeführte Zeitreihenanalyse zeigt allerdings, dass hohe bis sehr hohe Werte in einem Monat (also die aktuelle Situation) die Wahrscheinlichkeit für einen möglichen Rücksetzer erhöhen und vice versa. Es ist also durchaus möglich, dass der Ifo-Index nach seiner jüngsten Rekordfahrt in den Sommermonaten wieder etwas nachgibt. Sorgen brauchen sich die Börsianer dennoch nicht zu machen. Denn eine Analyse von Hauck & Aufhäuser zeigt, dass ein Rücksetzer beim Ifo-Index solange unproblematisch ist, wie der Index oberhalb der Schwelle von 110 Punkten notiert. Vereinfacht gesagt würde ein etwas niedrigerer Ifo-Index darauf hindeuten, dass die Stimmung in der deutschen Wirtschaft zwar nicht mehr ganz so gut wie im Vormonat ist, sich jedoch noch immer auf einem hohen Niveau bewegt. Gewissermaßen Sekt statt Champagner, was ja auch nicht schlecht ist.

In der Vergangenheit war es so, dass der DAX in den folgenden drei Monaten um durchschnittlich 7,6 Prozent zulegte, wenn der Ifo-Index über der Marke von 110 lag. Im folgenden halben Jahr belief sich das Plus sogar auf 13,9 Prozent. Die Spannweite der DAX-Gewinner war zwar beträchtlich, aber immer positiv. Das sind alles in allem gute Vorboten für den DAX – gerade in den saisonal nicht so einfachen Monaten bis zum Herbst.

Anleger sollten sich also nicht beunruhigen lassen, wenn der Frühindikator in den kommenden Monaten einmal etwas tiefer ausfällt. Solange der Wert nicht unter die Marke von 110 fällt, befinden sich Aktien im grünen Bereich. Reißt der Index jedoch die 100-Zähler-Marke nach unten, dürfte die Börsenampel sehr schnellauf rot umschalten. Doch danach sieht es vorerst nicht aus.

ReinhardPfingstenQuerAls einer der führenden Köpfe von Hauck & Aufhäusers Privatbankiers und medienpräsenter Geldanlage-Experte, hält Reinhard Pfingsten seit Mai 2016 zudem die Position als Chief Investment Officer (CIO) von easyfolio inne. In seinen Kommentaren schreibt er, was die Weltwirtschaft derzeit bewegt.

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