DAX & Co. im Niemandsland

DAX & Co. im Niemandsland

Der Deutsche Aktienindex DAX ist im laufenden Jahr schon um mehr als zehn Prozent gestiegen und hat Mitte Juni ein Allzeithoch erreicht. Auf Sicht der zurückliegenden zwölf Monate beläuft sich das Plus sogar auf deutlich mehr als 20 Prozent. Auch in den USA notierten die wichtigsten Aktienindizes auf Rekordniveau. Angesichts dieser fulminanten Rally fragen sich viele Anleger, ob es für einen Einstieg nicht schon zu spät ist, beziehungsweise, ob es nicht an der Zeit ist, Gewinne mitzunehmen. Die Antwort lautet: Aktien sind – zumindest teilweise – mittlerweile teuer. Aber ohne Aktien wird es auch künftig kaum möglich sein, nennenswerte Renditen zu erwirtschaften.

Hohe Bewertungen sehen wir vor allem in den USA. Dort werden Aktien im Durchschnitt mit dem 18-Fachen eines Jahresgewinns bewertet. Damit liegt das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) deutlich über dem Durchschnitt (Median) der vergangenen zehn Jahre. Dabei sollte klar sein, dass so ziemlich alle Aktienmärkte auf der Welt korrigieren dürften, wenn die Wall Street, die mit Abstand wichtigste Börse, einknicken sollte.

Ob es dazu kommt, hängt zu einem guten Teil mit der Politik von Präsident Donald Trump zusammen. Sollte er – wie im Wahlkampf angekündigt – tatsächlich die Unternehmenssteuern senken, milliardenschwere Investitionen in die Infrastruktur initiieren und die Wirtschaft deregulieren, bekämen die US-Börsen spürbaren Rückenwind. Denn mittlerweile haben die Börsianer die Trumpschen Reformen schon wieder ausgepreist.

Etwas anders stellt sich das Umfeld in Europa dar. Hier liegt das erwartete Gewinnwachstum der Unternehmen etwas höher als in den USA. Gleichzeitig sind die Bewertungen ebenfalls ambitioniert, jedoch etwas moderater als in den Vereinigten Staaten. Die Konjunktur brummt und mit der Wahl vom Emmanuel Macron zum französischen Präsidenten sind die größten politischen Risiken erst einmal vom Tisch. Während in den USA die Notenbank in diesem Jahr schon zweimal die Leitzinsen erhöht hat, fährt die Europäische Zentralbank (EZB) weiter eine sehr lockere Geldpolitik: Die Leitzinsen bleiben vorerst bei null Prozent und die EZB kauft wohl noch mindestens bis zum Jahresende jeden Monat für 60 Milliarden Euro Anleihen.

In den USA werfen zehnjährige Staatsanleihen immerhin 2,2 Prozent Zinsen ab. Damit kommen sie langsam wieder als Anlagealternative zu Aktien infrage. In Deutschland rentieren Bundesanleihen dagegen mit 0,3 Prozent deutlich unter der Inflationsrate. Entsprechende Investitionen vernichten also weiter real Vermögen.

Unter dem Strich sprechen die starken Kursanstiege und die – zumindest im historischen Vergleich – hohen Bewertungen gegen Aktien. Eine Korrektur ist gerade in den Sommermonaten, in denen aufgrund der Ferienzeit die Handelsumsätze erfahrungsgemäß gering sind, durchaus möglich. Die noch viel höheren Bewertungen an den Rentenmärkten, die brummende Konjunktur und steigende Unternehmensgewinne sind allerdings starke Argumente für Dividendentitel. Der DAX und die anderen Aktienindizes bewegen sich gewissermaßen im Niemandsland.

Anleger, die sich nicht das richtige Timing für Ein- und Ausstiege zutrauen, können die Risikosteuerung auch Profis überlassen. Die easyfolio flex-Strategie passt je nach Marktlage die Aktienquote automatisch an – kann flexibel  zwischen null und 100 Prozent liegen. Außerdem lässt sich die Problematik des richtigen Timings durch Sparpläne umgehen. Durch die regelmäßige Investition eines fixen Betrags kauft der Anleger weniger Anteile, wenn Aktien teuer sind, und mehr, wenn sie wieder günstiger sind.

ReinhardPfingstenQuerAls einer der führenden Köpfe von Hauck & Aufhäusers Privatbankiers und medienpräsenter Geldanlage-Experte, hält Reinhard Pfingsten seit Mai 2016 zudem die Position als Chief Investment Officer (CIO) von easyfolio inne. In seinen Kommentaren schreibt er, was die Weltwirtschaft derzeit bewegt.

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